Geschichte

Der Siegeszug der Chips nahm 1853 in dem Badeort Saratoga Springs im Bundesstaat New York seinen Anfang. In der Moon Lake Lodge, ein nobles Hotel der Stadt, schwitzte der Hilfskoch Georg Crum über der Zubereitung von „French Fried Potatos“. Sein Gast, den er an diesem Tag zu bekochen hatte, war der prominente und nicht schnell zufrieden zu stellende Eisenbahnmagnat Cornelius Vanderbilt, seinerzeit einer der reichsten und mächtigsten Männer des Landes. Dieser hatte bereits zweimal die von Crum gekochten French-Fried-Potatos zurückgehen lassen, da sie ihm zu dick waren. Aus Wut über die ständigen Beanstandungen (hatte Crum doch alles gegeben, um es Vanderbilt recht zu machen) entschied er sich zu einer wegweisenden, revolutionären Entscheidung: Er schnitt die Kartoffeln in hauchdünne Scheiben und frittierte sie. Sollte dieser Vanderbilt doch zusehen, wie er damit zurecht kommen soll! Aufspießen würden sich diese dünnen Scheiben nicht mehr lassen mit der Gabel und Crum hätte damit Vanderbilt eine Lektion erteilt, was es heißt, sich mit dem Küchenpersonal anzulegen. Zu seiner vollkommenen Überraschung allerdings schmeckten die frittierten dünnen Kartoffelscheiben dem wählerischen Gast ausgezeichnet. Crum hatte damit die Kartoffelchips erfunden. Von diesem Tag an standen die Kartoffelscheiben somit als Saragota Chips auf der Speisekarte und etablierten sich als beliebtes und oft bestelltes Gericht. Vom Erfolg der Moon Lake Lodge angeregt, fanden die Chips in den kommenden Jahren in immer mehr Restaurants Neu Englands den Weg auf die Speisekarte und in die Mägen der Kundschaft.

Im Jahr 1932 begann der Handelsvertreter Herman W. Lay mit dem Verkauf von Kartoffelchips. Er fuhr kreuz und quer durch den Süden Amerikas und verkaufte die Chips aus dem Kofferraum seines Wagens. Die Kartoffeln dazu mussten noch von Hand geschält und geschnitten werden, deshalb war an industriellen Vertrieb noch nicht zu denken. Dies änderte sich jedoch 1942, als Lay eine Kartoffelschälmaschine erfand. Damit war der Grundstein für eine massenhafte Produktion von Kartoffelchips gelegt.

Allerdings wurden diese damals nur gesalzen verkauft, weshalb die Nachfrage noch nicht so hoch war. Anfang der 50er Jahre allerdings entwickelte das kleine irische Familienunternehmen Tayto ein Verfahren zur Zugabe von Gewürzen und Geschmackstoffen. Die vor allem in England beliebten Chees n’ Onion und Salt n’ Vinegar waren die ersten gewürzten Chips weltweit.

Die Erfindung der Würzbeigabe machten den Besitzer von Tayto nicht nur zu einem der reichsten Männer Irlands und die Firma zu der führenden in der Chips Produktion in Irland (heute gilt Tayto in Irland quasi als Synonym für Kartoffelchips bzw. Potato Crisps, wie Chips in England genannt werden), sondern galten als Sensation für die gesamte Branche. Sämtliche Hersteller übernahmen die Technik und in den kommenden Jahren entstanden die Geschmacksrichtungen, die heute so gerne geknabbert werden.

Nach Deutschland kamen die Kartoffelchips nach dem Zweiten Weltkrieg: die Amerikaner brachten den in ihrer Heimat bereits beliebten Knabbersnack mit zu uns. Die industrielle Herstellung der Chips begann in Deutschland aber erst in den 50er Jahren, als Heinz Flessner eine Lizenz für die Produktion erwarb. Seine Firma wurde später von Bahlsen und Lorenz-Bahlsen Snack World aufgekauft.